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Bestnote für kooperative Promotion in Montreal

[22|04|2021]

Andreas Dörfler (Bild privat) hat die Forschung zur Nutzung nichtflüchtiger Speicher mit Simulation und Experimenten weiter vorangetrieben

 

Mitte April 2021 verteidigte Andreas Dörfler in Montreal (Kanada) am Institut National de la Recherche Scientifique, kurz INRS, erfolgreich seine Dissertation zum Thema „Ferroelectric Tunnel Junctions: Models for Memory and Neuromorphic Applications“ mit der Bestnote „Excellent“. Er befasste sich in seiner Arbeit mit der Modellierung von Ferroelectric Tunnel Junctions (FTJ), sowie deren Einsatz als resistives Speicherelement und als künstliche Synapse. Durch Simulationen und experimentelle Ergebnisse konnte er verschiedene Verhaltensmuster der FTJ erklären und vorhersagen, so dass die weitere Entwicklung dieser Speichergeneration wesentlich gezielter vorangetrieben werden kann. Betreut wurde die Promotion am INRS von Prof. Andreas Rüdiger und von Seiten der Fakultät durch Prof. Ulrich Wagner.

 

Die technologische Nutzbarmachung von FTJ als nichtflüchtige Speicher ist aus Gründen hoher Schreib- und Lesegeschwindigkeit, der niedrigen Arbeitsspannungen sowie ihres synaptischen Verhaltens, welches sie für neuronale Netze prädestiniert, attraktiv. Es wird international in verschiedenen Forschungsgruppen vorangetrieben. Besonders viel versprechend sind CMOS-kompatible Materialsysteme auf Basis von Hafnium Zirconium Oxid. Hierzu hat die Arbeitsgruppe um Prof. Alfred Kersch an unserer Fakultät im Rahmen mehrerer Doktorarbeiten bereits wesentliche Erkenntnisse beigetragen und bot damit Andreas Dörfler ein interessantes und interdisziplinäres Arbeitsumfeld für seine Forschungen.

 

Dörfler, der an der Fakultät die Studiengänge Physikalische Technik (Bachelor) und Photonik (Master) abgeschlossen hat, begann seine Doktorandentätigkeit im Projekt SimuSens mit Arbeiten zur Simulation und Optimierung von MEMS-Drucksensoren, wie sie beispielsweise in Smartphones verbaut werden. Die hierbei maßgeblichen physikalischen Effekte spielen sich vornehmlich in und an der nur Mikrometer „dicken“ Membran ab. Prof. Andreas Rüdiger, Professor am INRS-EMT (Energy, Materials and Telecommunications Center am INRS) konnte für dieses Promotionsprojekt gewonnen werden. Er und seine Arbeitsgruppe kooperieren schon länger mit dem Labor für Mikrosystemtechnik und weiteren Laboren an der Fakultät in verschiedensten Projekten. Zudem hat Prof. Rüdiger bereits als Fellow der Hochschule München an der Fakultät Vorlesungen zu den Zusammenhängen von Struktur und Funktion solcher kleinsten Systeme gehalten. Derzeit ist er erneut mit zwei virtuellen Lehrveranstaltungen im Sommersemester vertreten.

 

Durch eine weitere Förderung dieser langjährigen Kooperation zwischen der Fakultät und dem kanadischen Partner konnte Andreas Dörfler seine Forschungen am INRS vertiefen und in Richtung FTJ ausbauen, so dass er im Rahmen seiner Tätigkeit an mehreren Veröffentlichungen beteiligt war. Und diese Zahl wird sich weiter erhöhen: Dörfler bleibt der Forschung als PostDoc in der Gruppe von Prof. Rüdiger die nächsten Jahre erhalten, und auch weitere Kooperationen mit der Hochschule München sind geplant.

 

Das INRS (Institut national de la recherche scientifique) 1969 gegründet, besteht aus Forschungzentren, die an vier Standorten über ganz Kanada verteilt sind. Das EMT (Énergie Matériaux Télécommunications Research Centre) in Varnnes bei Montreal ist eines davon.

 

Die Professoren José Azana (Vorsitz, Institut National de la Recherche Scientifique, unten rechts), Ashish Garg (Indian Institute of Technology in Kanpur, unten Mitte) und Alfred Kersch (Hochschule München, oben rechts) befragten Andreas Dörfler (oben links) in der drei Zeitzonen umspannenden Zoom-Runde intensiv zu seiner Arbeit. Betreut wurde die Arbeit von Andreas Rüdiger (EMT-INRS, unten links) und Ulrich Wagner (Hochschule München, oben Mitte).
Die Professoren José Azana (Vorsitz, Institut National de la Recherche Scientifique, unten rechts), Ashish Garg (Indian Institute of Technology in Kanpur, unten Mitte) und Alfred Kersch (Hochschule München, oben rechts) befragten Andreas Dörfler (oben links) in der drei Zeitzonen umspannenden Zoom-Runde intensiv zu seiner Arbeit. Betreut wurde die Arbeit von Andreas Rüdiger (EMT-INRS, unten links) und Ulrich Wagner (Hochschule München, oben Mitte).