News

"Ich würde es wieder tun"

Alexander Horlacher hat Stammzellen gespendet und damit einer an Blutkrebs erkrankten Person die Chance auf ein zweites Leben eröffnet (Foto: privat)
Alexander Horlacher hat Stammzellen gespendet und damit einer an Blutkrebs erkrankten Person die Chance auf ein zweites Leben eröffnet (Foto: privat)

[28|05|2021]

Stammzellenspender Alexander Horlacher hat mit seinen KommilitonInnen eine DKMS-Online-Aktion gestartet

 

Eine Gruppe von Bioingenieurwesen-Studierenden der HM hat eine DKMS-Online-Aktion gestartet, die Menschen ermutigen soll, StammzellenspenderIn zu werden. Denn dadurch erhalten BlutkrebspatientInnen eine zweite Chance auf das Leben. Alexander Horlacher hat bereits gespendet. Hier berichtet er über seine Erfahrung.

 

Alle Infos zu dem Thema "SpenderIn werden" finden Sie auf der DKMS-Webseite. Registrieren können Sie sich auf der DKMS Online-Aktion der HM.

 

HM: Wie kam es, dass Sie DKMS-Spender wurden?

Alexander Horlacher: Während meiner Oberstufenzeit war ich Schülersprecher. Eine Schülerin kam auf mich zu, sie hätte eine Bekannte, die an Leukämie erkrankt und auf einen passenden Stammzellenspender angewiesen ist. Daraufhin starteten wir eine schulweite DKMS-Registrierungsaktion, bei der sich viele Mitschüler und Lehrer typisieren ließen, darunter auch ich. Als ich ein paar Jahre später die Nachricht bekam, als Spender für eine an Blutkrebs erkrankte Person in Frage zu kommen, war ich entsprechend überrascht.

 

Welche Vorbereitungen waren für die Spende nötig?

Um sicher zu gehen, dass ich tatsächlich als Spender geeignet bin, wurde eine Blutprobe von mir untersucht und ich einem Gesundheits-Check-Up unterzogen. Es gibt zwei Möglichkeiten der Stammzellspende: die Entnahme von Knochenmark aus dem Beckenkamm und die sogenannte periphere Stammzellspende, bei der die Stammzellen im Blut angereichert und dann wie bei einer Art Blutspende herausgefiltert werden. Das ist die typische Variante und kommt bei circa 80 Prozent der Spender zum Einsatz – so auch bei mir. Zur Vorbereitung auf die Spende musste ich mir zwei Mal täglich einen hormonähnlichen Wachstumsfaktor (G-CSF) injizieren, der die Stammzellproduktion anregt. Da war anfangs eine gewisse Überwindung erforderlich, was das sich selbst spritzen anging.

 

Eine Typisierung ist unkompliziert mit einem DKMS-Set durchführbar (Bild: Valéry Kloubert für DKMS)
Eine Typisierung ist unkompliziert mit einem DKMS-Set durchführbar (Bild: Valéry Kloubert für DKMS)

Wie lief die Spende selbst ab?

Super unkompliziert. Ich bin am Abend vorher angereist und durfte im Hotel übernachten, da das Entnahmezentrum recht weit entfernt ist. Mir wurden im linken und rechten Arm jeweils ein Zugang gelegt, ähnlich wie beim Blutspenden. Ungefähr drei Stunden lang wurden Stammzellen aus dem Blut separiert, dann war die für meinen Patienten ausreichende Menge an Zellen erreicht. Am Nachmittag erhielt ich Bescheid, dass tatsächlich die gewünschte Zahl an Stammzellen gesammelt werden konnte und ich tags darauf nicht noch einmal anrücken müsse, was ganz selten der Fall ist.

 

Wie sahen die Nebenwirkungen der Spende aus?

Die meisten Nebenwirkungen verursachen die Medikamente im Vorfeld. Ich hatte mit grippeähnlichen Symptomen, Kopfschmerzen und Müdigkeit gerechnet – was man halt so liest. Nach der ersten Injektion habe ich schnell gemerkt, dass etwas passiert. Hauptsächlich in den Knochen hatte ich leichte Schmerzen und ab und zu auch im Kopf. Im Alltag war ich dadurch nicht besonders eingeschränkt, aber das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Total überrascht hat mich, dass ich einen Tag nach der Spende keinerlei Nebenwirkungen mehr gespürt habe.

 

Was erhoffen Sie sich, von Ihrer eigenen DKMS-Online-Aktion?

Dass in Zukunft noch viel mehr Menschen von ihrer Spende berichten können. Es ist kein Aufwand, sich typisieren zu lassen und eine Stammzellspende ist nichts, verglichen mit dem was Blutkrebspatienten durchmachen müssen. Es zählt jeder Einzelne. Ich selbst hätte auch nie ernsthaft gedacht, mal als Spender in Frage zu kommen. Umso mehr freue ich mich, dieser einen Person zumindest die Chance auf ein neues Leben geben zu können und würde keine Sekunde zögern, es wieder zu tun.

 

 

Das Interview führte Mirja Fürst